Am Beispiel der mit Autop-Bühnen ausgestatteten Mercedes-Benz-Niederlassung Neu-Ulm ist zu sehen, nach welch vielfältiger Hebetechnik eine modern ausgerüstete Werkstatt verlangt. Denn nicht nur für das Anheben der Fahrzeuge und ergonomisches Arbeiten, sondern etwa auch für effiziente Arbeitsabläufe in der Dialogannahme bedarf es auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmte Bühnen – was auch bei der Neuplanung eines Betriebs bedacht werden sollte.
Die Ausstellungshalle der Mercedes-Benz-Niederlassung in Neu-Ulm hat mehr mit einer Erlebniswelt gemein als mit dem Verkaufsraum herkömmlicher Autohäuser. Denn es fasziniert, auf welche Art und Weise der Stuttgarter Autobauer dort sein komplettes Pkw-Modellspektrum vom AMG-CLS bis hin zur A-Klasse präsentiert.
Für KRAFTHAND war dies allerdings nicht der Grund, der Niederlassung einen Besuch abzustatten. Uns interessierte nämlich in erster Linie, auf welche Hebetechnik der Betrieb vertraut und wie vielfältig sie sein muss, um das breite Modellspektrum von Mercedes-Benz sicher und effizient anheben zu können. Zudem interessierte natürlich auch, welche Philosophie bezüglich des Services hier vorherrscht. Immerhin holte die Niederlassung beim letzten ADACWerkstatttest nahezu die Idealpunktzahl und schnitt hervorragend ab.
„Um ein solches Ergebnis im Werkstatttest zu erreichen“, erklärt Edmund Schöll, Serviceleiter der Neu-Ulmer Niederlassung, „ist es unabdingbar, optimierte Prozessabläufe vom Kundenempfang bis hin zur Fahrzeugübergabe zu gewährleisten.“ Kurze Wege und Teambildung stehen beispielhaft dafür. Als Schlüssel für einen optimalen Service jedoch sieht er eine konsequent ausgeführte Dialogannahme. Dabei geht es jedoch nicht darum, dem Kunden „partout unnötige Reparaturen zu verkaufen, sondern ihn seriös darüber aufzuklären, welche Reparatur oder Wartung warum zwingend notwendig und welche nicht so dringlich ist.“
Damit dies in einem ansprechenden Rahmen geschieht, verfügt das Unternehmen über eine vierspurige Dialogannahme mit dafür konzipierten Hebebühnen. Bekommt man doch so den Kunden unter sein Fahrzeug, um ihm eventuell vorhandene Mängel im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen. Nicht zuletzt durch ihre Beplankung mit Alu-Designerblech sind die ‚Masterlift 2.35 Fn 440 Check-in’ und die ‚Masterlift 2.35 F’, von denen je zwei im Annahmebereich zu finden sind, wie prädestiniert dafür. Integrierte Leuchten, eine Ab- und Rückrollsicherung sowie ein Signalton als Sicherungselement beim Senkvorgang gewährleisten dem Annahmemeister und seinem Kunden sowohl genügend Licht als auch die geforderte Arbeitssicherheit. Die ‚Fn’-Ausführung verfügt zudem über einen flachen Scherenheber für gleichzeitiges Radfreiheben. Die Frage, ob es Probleme beim Überfahren der Bühnen mit verspoilerten Fahrzeugen gibt, kann Schöll mit „Nein“ beantworten.
Ein weiterer Faktor, um den ADACWerkstatttest erfolgreich zu bestehen, ist natürlich permanent geschultes und dadurch technisch kompetentes Personal. Übrigens erreichte die Niederlassung im Segment ‚Technik’ beim ADAC-Test die volle Punktzahl. Aber selbst der best geschulteste Monteur kann nur volle Leistung bringen, wenn das Arbeitsumfeld und das Equipment stimmen – wozu auch professionelle Hebetechnik gehört. Angesichts der Modellvielfalt bei Mercedes-Benz verbaute autop aus seinem Portfolio hauptsächlich drei verschiedene Bühnentypen in Neu-Ulm.
Die Zweistempelbühne ‚Masterlift 2.35 Saa 230’ erleichtert den Mechatronikern beispielsweise das Anheben von nicht fahrbereiten Fahrzeugen. Durch ihre bodenebene Konstruktion lassen sich diese nämlich einfach zwischen die Tragarme schieben. Tiefergelegte Fahrzeuge stellen für dieses Bühnenkonzept ebenfalls kein Problem dar. Durch den Schwenkbereich der Tragarme sowie verschiedene erhältliche Steckpilze ist die Bühne allerdings auch für SUVs und Transporter geeignet. Die verkapselten Lagerungen der Tragarme sollen Schmutzresistenz und Langlebigkeit garantieren. Aus Korrosionsschutzgründen erfolgt das Fertigen der Hydraulikeinheit nicht aus Stahl, sondern aus Druckguss.
,Platzsparend’ lautet ein Attribut der Flächenhebebühne ‚Masterlift 2.35 PV’. Ein weiteres Merkmal ist deren Schnelligkeit. Herstellerangaben zufolge beträgt die Hub/Senkzeit etwa 30 Sekunden. Zudem entfällt durch ihr Konzept lästiges Einstellen der Tragarme und Hebepilze. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Arbeiten an den Fahrzeugseiten oder im Innenraum die Tragarme den Monteur nicht behindern – was auch einen Gewinn für die Arbeitssicherheit darstellt.
Die Tragarm-Zweistempelbühne ‚Masterlift 2.35 Saav 135 Van’ ist laut Aussagen des Herstellers ein echter Problemlöser. Das bedeutet: Mit dieser Bühne lässt sich vom Smart bis zur SKlasse alles anheben. Für Vans und SUVs gibt es natürlich ebenfalls entsprechende Aufsätze. Neben der 3,5 t-Ausführung ist diese Bühne auch als 4- und 5-t Version orderbar. Das ‚Biglift-Modell’ hebt Fahrzeuge von bis zu 6 t. Besonders praktisch an diesem Bühnentyp: Durch die verschiebbare Tragarmaufnahme (siehe Bild Seite 20 oben) und der damit variierenden Bühnenbreite lassen sich auch Fahrzeuge mit unkonventionellen Aufnahmepunkten anheben.
Neben den genannten und anderen Bühnen haben die Experten für Hebetechnik in der Mercedes-Benz-Niederlassung auch eine Vierstempel-Anlage zur Achsvermessung installiert (‚Quattrolift’). Eine Radgreiferbühne zur Fahrzeugpflege befindet sich in der Waschhalle. Damit ist ein schnelles und einfaches Aufheben, etwa zur Unterbodenpflege, möglich.An allen genannten Beispielen wird deutlich, wie sich durch vielfältige Hebetechnik die Arbeitsbedingungen in der Werkstatt optimieren lassen. Ganz sicher trägt auch das zu einem bestmöglichen Servicebetrieb bei – wie die Niederlassung Neu-Ulm beweist.
Quelle Krafthand 21/2009 - Torsten Schmidt